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Montag, 11. November 2019

Madagaskar


Tonga soa! Sei willkommen auf Madagaskar! 
Drei Tage sind wir auf Madagaskar und sehr gespannt, was uns hier erwartet, da Madagaskar eins der ärmsten Länder der Welt ist (Durchschnittseinkommen 40 – 50 € im Monat).
Hier wird Malagassy gesprochen und Französisch. Das Malagassy ist ein Dialekt der austronesischen Sprachfamilie, der ursprünglich aus Borneo/Indonesien kommt. Man geht davon aus, dass es in früheren Zeiten eine größere Einwanderungswelle von dort gegeben haben muss, man weiß allerdings nicht, warum. 18  Ethnien leben auf Madagaskar mit sprachlichen Unterschieden. Bis zur Unabhängigkeit 1960 war Frankreich die ungeliebte Kolonialmacht.
Die wichtigsten Produkte, von denen das Land lebt, sind: Kakao, Vanille, Kaffee, Gewürznelken, Ylang Ylang (für Parfüm). Leider bleibt beim Handel damit wenig Geld im Land.
Die hiesige Währung ist der Madagaskar Ariary (MCA). 1 € entspricht ca. 4000 MCA, also Preise in Landeswährung durch 4000 teilen.
Am ersten Tag haben wir einen Ausflug vom Schiff gebucht. Der beginnt damit, dass wir erst einmal eine Stunde warten müssen, ehe wir einem Bus zugeteilt werden. Dieser Kleinbus (10 Plätze) ist in einem Zustand, dass er in Deutschland überhaupt nicht mehr gefahren werden dürfte, u.a. geht ein Riss quer durch die Windschutzscheibe, der Außenspiegel ist zersplittert. Es scheint uns, der schlechteste Bus überhaupt zu sein. Der Einstieg ist so eng, dass ich es bei guter Beweglichkeit kaum schaffe, auf einen regulären Sitz zu kommen. In diesen Bus setzt man 5 Gehbehinderte. Mein Einwand, dass ich es schon schwierig fand dort hineinzukommen, interessierte die Reiseleiterin von Phoenix überhaupt nicht. Sie meinte zu den Gehbehinderten:“Das schaffen wir schon!“ Obwohl der Ausflug für Gäste mit eingeschränkter Beweglichkeit nicht geeignet ist, sind in unserem Bus 2 Rollatoren dabei. Die Türe kann vom Fahrer nur mit Trick 17 geschlossen werden. Mein Sitz wird durch einen Holzklotz abgestützt. Es ist unvorstellbar, wie wir bei einem Unfall aus dem Bus gekommen wären. 



Mit viel Vertrauen in den Fahrer und viel Gottvertrauen beginnt unsere Fahrt durch Antsiranana mit einem jungen Deutsch sprechenden Guide. Hier gibt es noch asphaltierte Straßen, auf der weiteren Fahrt zum Nationalpark „Montagne d’Ambre“ wird die einzige Straße immer schlechter und der Bus muss sehr langsam fahren. Dabei erhält man einen sehr guten Einblick in das Leben der Menschen. Manchmal kann man sie vor ihren Hütten aus Blech sehen, die ohne Strom und Kanalisation sind.




Zwischendurch legen wir einen Stopp ein, um ein Chamäleon auf einem Baum zu fotografieren. 



Die Busfahrt dauert insgesamt 2 Stunden, bis wir unser Ziel „Domaine de Fontenay“ erreichen. Man hat uns lt. Ausschreibung versprochen, einen Naturpark mit Jahrhunderte alten Pflanzen zu sehen.  Wir laufen dann in einer Gruppe 40 Minuten durch den Urwald ohne jegliche Erklärung. Dann machen wir kehrt und müssen über den unwegsamen Pfad zurückgehen. Von dem „schönen Park“ haben wir nichts gesehen. Nach einem kurzen Obstsnack (Papayas, Bananen und Gebäck) fahren wir die gleiche Strecke mit dem Bus zurück. Unterwegs gibt es noch einen Fotostopp mit Ausblick auf den Zuckerhut und Baobabs.



Die Organisation des Ausflugs war eine Katastrophe, aber die Busfahrt durch die trockene karge Landschaft mit dem Einblick in das sehr einfache Leben der Menschen war absolut lohnenswert.
Dann ist das Abendessen mit einer ordentlichen Portion Martinsgans schon dekadent.
Die nächsten beiden Tage verbringen wir auf der Ile Sainte Marie vor Madagaskar.  Am ersten Tag machen wir einen kurzen Landgang zur Sondierung. Unser erster Eindruck ist: Nette Menschen, nicht aufdringlich, bunt, touristisch, viele Shops und kleinere Geschäfte. An ersten Einkäufen kommen wir nicht vorbei: Magnete, bunte Basttaschen und Stoff sowie Wasser.
Am zweiten Tag wollen wir zum Piratenfriedhof. Dazu fahren wir mit dem Tenderboot an Land, denn die Albatros liegt hier auf Reede. Relativ schnell haben wir einen Tuk Tuk- Fahrer gefunden, der unsere Preise (nach Vorerfahrungen anderer Gäste) akzeptiert hat. Wir zahlen 10 $ pro Person für die Hin – und Rückfahrt und 5 $ für den Eintritt mit Führung. An einer bestimmten Stelle kann das Tuk Tuk nicht weiterfahren und wir müssen zu Fuß weiter. Der Guide begleitet uns und zwei weitere Passagiere auf dem abenteuerlichen Weg und leistet Hilfestellung bei steinigen Wegen, wo es keine Möglichkeit gibt sich festzuhalten. Heute ist dieser Weg möglich, bei Flut sind die Steine im Wasser. Das letzte Wegstück ist sehr steil. Oben angekommen sehen wir sehr alte Grabsteine aus dem 19. Jh. oder älter in verschiedenen Formen: Napoleonsshut, Krone, Kreuz, Kanonenkugel mit Kreuz, Sonnensymbol für Louis XIV. 



Fast alle Grabsteine sind aus Koralle, ganz wenige aus Marmor. Es gibt noch einen Grabstein mit Totenkopf und Piratenkreuz. 

 
Die Piraten wohnten auf unterschiedlichen Inseln, damit sie die Wasserstraße besser kontrollieren konnten.
Unterwegs haben wir viele exotische Pflanzen gesehen, z. B. Mangroven, die aber hier von denen zerstört werden, die Hotels bauen wollen, Maniokbäume, Cashewnüsse und Ginger. 

 Cashew-Baum

Die Blätter vom Ginger werden benutzt, um Speisen einzuwickeln und darin zu garen. Die Blätter sind allerdings nicht essbar. Außerdem sehen wir noch viele Krabben, die aber schnell in ihren Löchern verschwunden sind.
Mit dem Tuk Tuk fahren wir zurück bis zur alten Kirche von 1830. Leider ist sie nicht geöffnet. Nach einem Gang über den Markt, wo man nur in einheimischer Währung bezahlen kann, und einigen Einkäufen (Schließlich sind die Shopping-Queens wieder auf der Albatros) kehren wir zum Schiff zurück.



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